Wollüberhosen waschen und pflegen

Wollhosen.. wenn ich das schön höre.. da fallen mir gleich diese kratzigen Dinger aus Omas Zeiten ein.. aber zum Glück haben wir das Zeitalter von kratziger und grob gesponnener Wolle hinter uns gelassen und können uns an schicken Wollhöschen in kurzen und langen Varianten erfreuen.

Je nachdem wie intensiv eine Wollüberhose genutzt wird, sollte man diese alle 2-3 Wichen waschen. Da es bei diesem Textil einiges zu beachten gibt, findest du hier eine kleine Übersicht.


In der Waschmaschine..

geht das waschen denkbar einfach. Kurzprogramm oder Wollgang, Kaltwäsche, Waschmittel – fertig. Allerdings ist die Maschine meist nicht komplett voll und daher das waschen weniger energieeffizient und wirtschaftlich. Günstiger und meist schneller geht’s mit einer Handwäsche.

Waschen im Eimer oder in einer Schüssel..

..klappt genauso und spart dabei auch noch Geld und Ressourcen.
Bewaffnet mit einem Eimer und der passenden Seife oder Waschmittel wird eine Mischung aus handwarmen Wasser und dem gewählten Reinigungsmittel hergestellt, bis eine milchige Flüssigkeit entsteht. Die Wollüberhose wird nun auf links gedreht (der Schmutz sitzt ja meist innen) und vorsichtig geschwenkt und gedrückt bis sich der Schmutz löst und die Hose gut getränkt ist.
Hartnäckige Flecken können selbst verständlich vorbehandelt werden, allerdings ohne zu rubbeln oder den Stoff aneinander zu reiben.

Die Hose kann nun unter fliesendem und möglichst kaltem Wasser ausgespült und für das „fetten“ vorbereitet werden.

Die Wollhose fetten..

..ist nicht notwendig, wenn man sie zuvor mit Seife gewaschen hat, welche einen 30%igen Lanolinanteil hatte. Sind Wollhosen nur frisch ausgewaschen (ohne Lanolin), sind die Höschen undicht oder wurden lange nicht genutzt, müssen diese nachgefettet werden.

Andernfalls benötigt man noch die folgenden Hilfsmittel und Zutaten:

  • Wollfett
  • 1 Tasse
  • heißes Wasser
  • einen Löffel
  • Spülmittel

Je Kleidungsstück benötigt man ca. einen halben Löffel Wollfett, was mit dem Löffel in eine Tasse mit heißem Wasser eingerührt wird. Damit das nun flüssige Fett nicht aufschwimmt, kommen ein paar Tropfen Spüli dazu, damit sich eine milchige Masse bildet. Wenn keine Fettaugen mehr aufschwimmen, hat man die richtige Menge Spüle hinzugegeben (vorsichtig dosieren).

Die noch nasse Wollhose kommt zurück in den Eimer und wird nun mit der Mischung aus Wasser und Wollfett übergossen und anschließend mit ca. 2L lauwarmen Wasser aufgefüllt, damit die Hose komplett bedeckt ist.
Nach einigen Stunden, idealerweise über Nacht sind die Hosen fertig mit ihrer Behandlung und können nun ausgedrückt, aber keinesfalls ausgewrungen werden.
Noch mehr Nässe kann man aus der Überhose holen, wenn diese in ein Handtuch gewickelt wird und anschließend „ausgetreten“ wird – man also auf dem Hose-Handtuch-Paket herumtrampelt.

Die Wollhöschen können nun gut belüftet getrocknet werden. Das ganze am besten liegend auf einem Wäscheständer, keinesfalls aber auf der Heizung oder der Sonne, da die Wärme dafür sorgt, dass das Wollfett aus der Hose läuft oder innerhalb des Stoffes ungleichmäßig verteilt.